NSU TT Brachialumbau - viel Ergebnis mit geringem Geldeinsatz

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    • NSU TT Brachialumbau - viel Ergebnis mit geringem Geldeinsatz

      Hallo,

      Für meine Slotfire43 habe ich mir diese Woche mal neben den Trabant 601 einen NSU TT vorgenommen. Als Orientierung diente mir der Käfer Fun Cup Umnbau von ovali

      Diagnose

      "Symptome": Anders kann man das nicht nennen, denn gesund klingt der NSU TT nicht auf der Bahn, wenn er aus der Schachtel kommt. Rappeln, klappern, hopsen, springen, rutschen - kurzum, alles, was man bei einem Slotcar nicht haben will.

      Ursachen:
      - viel zu schmale Achsdurchmesser, die viel zu viel Spiel in den Lagern haben (Lager = 2,38mm, Achsen = 2,20mm! Was hat sich Revell dabei bloß gedacht?)
      - zu hoher Motor (schräg eingebaut) bei dem eh' schon sehr hohen Schwerpunkt des Fahrzeuges => enorm viel Luft unterm Chassis, das soll doch gerade nicht so sein...
      - Karosserie viel zu hoch über dem Chassis aufgebaut
      - unrunde Felgen
      - lose Reifen ohne Halt auf der Felge und mit viel zu wenig Grip
      - zu viel Achsspiel
      - zu kurzer Leitkiel, der nicht tief genug eintaucht
      - Achslager sitzen locker

      Positiv anzumerken ist:
      + Die Ritzel laufen ganz ordentlich, wenn man das Spiel beseitigt
      + Die Lager sind gut gesetzt und bieten eine gut ausgerichtete Führung
      + Der Motor ist ordentlich durchzugsstark, fast zu schnell für die kleine Bahn

      Maßnahmen

      - als Erstes Entkoppeln
      - dann Motor tieferlegen, d.h. den Karoboden mit dem Cutter ausschneiden, den Motorhalter im Chassis entfernen und den Motor waagerecht 1mm über der Schiene wieder einbauen (schön langsam und vorsichtig ausschneiden, damit er noch Halt am Chassis hat)
      - Tieferlegung: Schraubenführung für die Karosseriebefestigung vorne und hinten sowohl am Chassis als auch an der Karo mit dem Cutter um 2-3mm gekürzt (immer wieder probieren, wie tief die Karo nun liegt, damit die Reifen nicht an der Karo schleifen
      - Weiterhin noch an der Chassisunterseite Platz geschaffen für Gewichte (Schraubenhalterung für die Box mit dem Cutter abgeschnitten und hinten an der Karo eine keine Aussparung für die Tröte gefeilt
      - vo. & hi. Slotdevil Superglide Achsen 45mm eingesetzt
      - hinten Slotdevil Alufelge 10x11x8mm und Slotdevil Gummireifen 8x13x10mm aufgezogen
      - vorne Originalfelgen auf 2,4mm aufgebohrt und mit dem Dremel rundgeschliffen, dann die konisch geschliffenen Originalreifen auf die um 7mm gekürzte Achse aufgeklebt und mit Nagellack versiegelt
      - seitliches Achsspiel vorne mit 0,2er Distanz reduziert
      - Ritzel mit Zahnpasta 4h bei 6V einlaufen lassen (das Saubermachen ist echt toll, wenn derMotor eingeklebt ist :wacko: )
      - Cahoza Leitkiel einbauen, der besser im Schlitz sitzt <8<leitkiel etwas in der länge gekürzt aufgrund der kleinen Radien
      - Lager ölen, Ritzel schmieren & gaaanz wenig Ballistol auf die Schleifer

      Was noch kommt, ist das ausbleien. Ich habe erstmal ein 10g-Klebegewicht vorm Motor angebracht, aber da muss noch präziser getrimmt werden mit Blei, welches mir heute bei meiner Trabi-Tuning-Bleiorgie ausgegangen ist :whistling:

      Ergebnis:

      Für nur 9,50€ habe ich ein brauchbares Fahrzeug, das jetzt recht ruhig fährt, nicht mehr deslottet, gut in die Kurven geht und driftet, statt zu kippen. Die Rundenzeiten haben sich (bei 9V, ACD Pro regler ohne Bremse mit weichem Abgriff) von 5,8s ootb auf 4,9s verbessert.

      Aber das wichtigste ist, dass ich das Ding fahrbar bekommen habe, ein wirklich ordentlicher Flitzer, der mir noch sehr viel Spaß bereiten wird, und das für unter 10€ (dafür mit ca. 2,5h Arbeitseinsatz, aber das war mir die Herausforderung mit diesem Ergebnis wert!).

      So long,

      hereandthere
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    • Noch'n paar Bilder

      Hier noch ein paar Bilder von der Straßenlage vor und nach dem Umbau ;)
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    • @Uwe - bitteschön => siehe Anhang... ;) Man sieht, dass das Chassis vor dem Motor bzw. hinter dem Leitkiel noch recht hoch liegt, aber er fährt sich schonmal einiges besser. Optimal wäre sicherlich ein Metallchassis oder ein gedrucktes von pfuetze oder ein selbstgebautes aus Polystyrol - aber ich versuche grad' erstmal, mit möglichst wenig (finanziellem) Aufwand möglichst viel aus den ootb-Wagen rauszuholen und ich finde die Performance des Kleinen schon recht ordentlich so. Mir geht's nicht unbedingt um jeden Zehntel, sondern darum, dass sich die Autos gut fahren lassen, und das tut er :!:

      @theo - Deinen Umbau habe ich mir auch zur Lektüre gemacht vorher, das hat geholfen, danke :thumbsup:

      @Matrix - hier mal was zum Entkoppeln:

      Entkoppeln der Karosserie vom Chassis


       Zweck der Maßnahme

      Das Entkoppeln der Karosserie dient in erster Linie dazu, den Geräuschpegel des Fahrzeugs zu reduzieren: Dadurch, dass Chassis und Karosserie sich berühren, werden die Vibrationen des Chassis auf die Karosserie übertragen, welche dann wie ein Resonanzkörper wirkt. Durch das Entkoppeln hebt man diese direkte Verbindung (in Teilen) auf und verringert somit die Geräuschentwicklung, weshalb einige Slotter auch von „Schallentkoppeln“ sprechen.
      Des Weiteren äußern viele Fahrer, dass die freie Beweglichkeit der Karosserie – der so genannte „Wackel“ - der Fahrstabilität zugute kommt und das Fahrzeug weniger schnell kippt.

       Benötigte Werkzeuge und Materialien
      • 1 Cutter (stabil, klein, scharf)
      • 2 Feilen (rund und flach)
      • (Dremel mit Schleif- / Fräsaufsatz)

       Detaillierte Beschreibung

      • Arbeit am Chassisboden
      Bei freier Gerätewahl wird vom Chassis jeweils dort 1-2mm abgetrennt, wo sich Chassis und Karosserie berühren. Bei der Arbeit mit Cutter / Skalpell muss man gelegentlich mit viel Druck arbeiten – hier ist Vorsicht beim Krafteinsatz geboten, da man sich sonst verletzen kann oder zu tief ins Chassis schneidet.
      Generell ist immer zu beachten, dass man genug Material entfernt, aber auch nicht zuviel – ansonsten nimmt man sich evtl. Raum zum Anbringen von Gewichten beim Trimmen weg.

      • Schraubhalterungen der Karosserie
      Man kann zwischen die Schraube und deren Aufnahme ein Stück ganz dünnes Moosgummi einfügen, um auch hier eine (Teil-)Entkoppelung zu erreichen.
      Weiterhin sollte man die Schrauben zunächst fest eindrehen und dann ½ bis 1 Umdrehung wieder lösen.

      • Verzichten auf Schraubhalterungen
      Wie beim Aufbau eigener Chassis üblich, kann man die Karosserie auch gänzlich ohne Schrauben mit dem Chassis verbinden. Dazu werden seitlich in die Karosserie Streifen aus Moosgummi bzw. Klettband eingeklebt, welche sich am Chassis in ihr Gegenstück verhaken, das auf Winkeln am Chassisboden verankert ist.
      Diese Methode sorgt für den besten Wackel und entkoppelt Karosserie und Chassis am effektivsten. Die „Hochzeit“, d.h. das Zusammenbringen von Chassis und Karosserie, erfordert allerdings hohe Präzision, viel Geschick und man muss sich darauf einstellen, etwas Zeit für diese Maßnahme mitzubringen, um den Body passgenau auf das Chassis zu setzen – ein nicht gerade leichtes Unterfangen für den Einsteiger.


       Tipps & Tricks

      Beim Entkoppeln gibt es des Öfteren „Problemzonen“, dazu hier ein paar Tipps & Tricks:

      • Der Frontspoiler ist am Chassis verklebt, z.B. beim SCX Compact Plymouth Cuda – man kann den Spoiler dann evtl. ganz vom Chassis abtrennen, an die Karosserie ankleben und dann am Chassisboden entkoppeln
      • Der Heckspoiler ist am Chassis angebracht und verläuft durch die Karosserie, z.B. bei den SCX Compact DTM. Hier kann man u. U. vorsichtig am Body die Führung für den Spoiler etwas erweitern mit einer kleinen Feile
      • Chassisteile, die über die Karosserie hinausragen – hier käme ein simples wegschneiden bzw. -fräsen einer unschönen optischen Veränderung gleich. Evtl. kann man am Chassis unterhalb des Karosserieverlaufs eine Vertiefung ausfeilen bzw. -fräsen. Bei Auspuffanlagen kann man die Karosserie leicht anfräsen, um eine Berührung zu verhindern
      • Nicht vergessen, eventuell angebrachte Fahrerinlets gut zu verkleben!
      • Oftmals haben 1:43- als auch 1:32-Fahrzeuge Stifte in der Karosserie, welche sich zur Stabilisierung derselben am Chassis abstützen. Diese sollte man auch vorsichtig abschneiden bzw. abdremeln bzw. abkneifen (Achtung: Nicht einfach abdrehen oder herausreißen mit der Zange, dabei kann die Karosserie beschädigt werden).
      • Ab Werk vorgefertigte Lichteinbauen, Decoder oder andere Zusatzbauteile können ebenfalls Berührungspunkte zwischen Chassis und Body bilden – hier ist Kreativität gefragt bei der Suche nach Verkleinerung des Bauteils bzw. bei der Suche nach einem alternativen Platz im Fahrzeug


      Ich hoffe, das beantwortet Deine Frage ;)
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    • Hallo Björn,
      klasse Anleitung !

      Dein TT motor liegt ähnlich wie meiner.
      Ich war echt erstaunt, was die Maßnahmen gebracht haben.
      OotB lassen sich die Kleinen ja ohne Magnet fast nicht fahren ohne aus der ersten Kurve zu fliegen.
      Nach dem Umbau liegt er fast wie auf Schienen.
      Außer Zeit hab ich da auch noch keine Mark investiert und dafür bin ich schon sehr zufrieden.
    • Hallo Jungs,

      das mach mich ja richtig neugierig, meinen NSU TT aus wieder aus der Vitrine zu befreien und eure Vorschläge austesten :thumbsup:


      Danke für die detailierte Beschreibung :dbdg:
      Haltet euern Slot sauber und möge die Macht mit euch sein.

      Gruß Darth Ralf :daumen3:
    • Hi,
      was noch zur verbesserung beiträgt ist "obenrum" Gewicht zu sparen.
      Hatte für ne Rennserie hier in Berlin für div. Revells Lexan gebastelt. Auch für den NSU - als Beispiel der Käfer. OVALI hatte für seine Käfer auch welches von mir.
      Lexan Fun Cup Käfer
      Gruß Ralf
    • ]Hallo,


      ich habe mich auch mal an einem NSU versucht. Allerdings wollte ich keine
      Heißkleberlösung, sondern einen etwas wertigeren Umbau realisieren.
      Zunächstwurde das Chassis geöffnet, um den Motor tiefer und waagerecht einbauen zu
      können. Die Öffnung wurde von unten mit einer Polystyrolplatte als Auflage für
      den Motor wieder verschlossen.(2

      ]Um das seitliche Spiel des Motors und damit dem kippen beim beschleunigen
      entgegenzuwirken, wurden an der Seite der Chassisöffnung entsprechende
      Polystyrolstücke eingesetzt. (3)

      Als nächstes habe ich den Motorhalter so abgeändert, dass er den Motor von oben
      fest fixiert. (1)

      [Blocked Image: http://abload.de/img/nsu_01abesa8.jpg]


      [Blocked Image: http://abload.de/img/nsu_02usss5.jpg]

      [Blocked Image: http://abload.de/img/nsu_058guq0.jpg]

      DieAufnahmepunkte für die Karo wurden soweit runtergeschliffen, dass die Räder
      schön satt in den Radkästen liegen. Hierbei muss auch eine kleine Vertiefung
      für den Auspuff in die Karo gefeilt werden. (4)

      Das Lagerspiel der Hinterachse wurde ebenfalls eliminiert. Hierzu wende ich
      folgende Methode an:

      Die Achslager zur Seite schieben und einen Klecks Sekundenkleber auf die Achse
      geben. Die Achslager mit einer Spitzzange umfassen und unter ständigem drehen
      auf der Stelle der Achse mit dem Kleber drehen, bis der Sekundenkleber
      ausgehärtet ist.

      Dabei unbedingt vermeiden, dass die Lager auf der Achse festkleben!
      Hörtsich vielleicht etwas rustikal an, hat sich aber bei mir seit langem bewährt;
      die Achse läuft anschließend spielfrei in den Lagerbuchsen.

      Magnete sind selbstverständlich raus und der NSU wurde stattdessen ausgebleit.
      Ortmänner hinten mit gebrochenen Kanten und mit Klarlack versiegelte
      Vorderräder runden das Tuning ab.

      Ein kleiner Nachteil sollte noch erwähnt werden. Wenn der Motor waagerecht sitzt, zentriert
      die Motorwelle nicht mehr exakt mit der Mitte der Hinterachse, sondern etwas
      höher. Ein eventuell verstärkter Getriebeverschleiß ist deshalb nicht
      auszuschließen.

      Nach den vorgenannten Veränderungen werdet ihr Euren „verwunschenen“ Prinzen nicht
      mehr wieder erkennen. Aus einem hochbeinigen, kippeligen Gefährt ist ein echtes
      Spaßmobil geworden!

      ][Blocked Image: http://abload.de/img/nsu_06lhuj2.jpg]
      Grüße,

      Wolfgang

      The post was edited 2 times, last by Wolfgang N. ().

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    • Hallo Wolfgang. ...
      du hast das Blei unter dem Nsu tt in der naehe am Leitkiel montiert.

      Nicht ganz ohne..... Blei leitet sehr gut
      und wenn es noch so quer hinter dem Leikiel sitzt wie bei dir ;( .
      ich habe schon mal einen Schaden des Reglers mitbekommen von nem Slotkollegen :(

      sowas kann teuer werden. ..

      nix für ungut
      wenndu es wusstest gut ....wenn nicht dann weisst du es jetzt :thumbsup:

      Gruß Stefan
    • Hallo,


      ich möchte hier mal einen Revell NSU TT Umbau vorstellen. Als großer Fan dieser kleinen Flitzer aus dem Hause Revell fand ich es immer schon schade, dass die Optik in keinem Verhältnis zu den Fahreigenschaften steht. Ok- man kann mit den üblichen Eingriffen, ein wenig tiefer, etwas Blei, Alu`s mit PU-Reifen etc, schon spürbare Verbesserungen erzielen.


      Da muss aber noch mehr gehen. Dank eines Gönners aus der Eifel, welcher eine Rohkarosse verfügbar machte, konnte es ans Werk gehen.


      [Blocked Image: https://abload.de/img/sdc132284pdtg.jpg]


      Tiefer, breiter, schneller - so stand es im Lastenheft.


      Die notwendigen Karosseriearbeiten waren überschaubar und recht schnell erledigt.


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      Um einen möglichst tiefen Schwerpunkt zu erzielen, wurde auf Anbauteile, die man "am Berg" nicht braucht von vorne herein verzichtet. Blinker vorne - wech, rechter Rückspiegel - wech, zwei Scheibenwischer? Einer reicht!
      Nach einer Kontaktaufnahme in Berlin, fertigte "TAZ" mir einen Lexan-Scheiben- und Fahrereinsatz. Damit war die Karosseriediät dann abgeschlossen.


      Bei dem Chassis sollten auch keine Kompromisse geschlossen werden. Ich entschied mich deshalb für einen Eigenbau aus Messing, Superglide Stahlachsen, ein Slot It Getriebe und Alu`s mit Ortmännern auf der Hinterachse. Befeuert wird das ganze von einem bewährten Fuchs-Motor.


      [Blocked Image: https://abload.de/img/sdc13248ghch3.jpg]


      Zum Thema "tiefer" spricht das Bild wohl eine deutliche sprache. So muss das am Berg! (Daneben ein Serien NSU SUV)


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      ...und wenn schon Klappe auf, dann richtig!


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      [Blocked Image: https://abload.de/img/sdc13373z5fpc.jpg]


      Für alle, die es genau wissen wollen, hier die Maße und Gewichte im Vergleich zur Serie.


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      [Blocked Image: https://abload.de/img/gewichteq8d5h.jpg]


      Achso, fast vergessen, geht jetzt wie Schmidts Katz ums Eck :daumen


      Grüße,


      Wolfgang
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